Das Landesarbeitsgericht Nürnberg hat mit Urteil vom 03.02.2015 (Az.: 7 Sa 394/14) entschieden, dass es einem Arbeitnehmer ohne eine entsprechende Vereinbarung nicht erlaubt ist, eine ihm von seinem Arbeitgeber ausgehändigte Firmenkreditkarte, mit der er anfallende Kosten ausgleichen kann, für private Zwecke einzusetzen. Die Verwendung der Karte zur privaten Nutzung stelle eine Pflichtverletzung dar, die zwar grundsätzlich erst im Wiederholungsfalle nach Ausspruch einer vorherigen Abmahnung eine Kündigung rechtfertigt. Im diesem Fall war das Gericht jedoch der Auffassung, dass es keiner Abmahnung bedurfte. Der Arbeitnehmer hatte nämlich weder anzeigt, dass er die Firmenkreditkarte privat benutzt habe, noch erstattete er dem Arbeitgeber die von ihm unfreiwillig verauslagten Gelder. Es ist daher jedem Arbeitnehmer dringend zu raten, finanzielle Transaktionen zum Nachteil des Arbeitgebers unaufgefordert offen zu legen und eventuell zu viel geleistete Zahlungen diesem sofort zu erstatten.

Rechtsanwalt Christoph Theis